2015 08 15 0015.08.2015: Zum Abschluss der Sommerpause bzw. zum Einstieg in den musikalischen Herbst wanderte ein harter Kern des MVN von Neftenbach nach Buch a.I. zu einem zwar nicht besonders musikalischen, aber doch klangvollen Anlass: dem Motor-Trotti-Rennen. Nach wochenlangem Gejammer über Hitze und Trockenheit traute man sich kaum über den Nieselregen zu beklagen, immerhin waren die Temperaturen für das Wandern ideal. Und die Nässe bot auch Action

Auf dem Festgelände wurde als Erstes mal die Festwirtschaft der Motorsportler getestet und für gut befunden. Die Steaks waren saftig, die Pommes knackig und das Bier kühl, was will man mehr. Auch das Studium der anderen Gäste war unterhaltsam, sah man doch auf den ersten Blick, dass eine ganz andere Gesellschaft diesen Anlass besucht als die uns gewohnten Blasmusik-Fans. Vielen sah man es richtig an, dass Benzin in ihren Adern fliesst.

Nach dieser Stärkung sahen wir uns die Trainingsläufe an - das war zwar auch lustig, aber es kam eigentlich nur bei den Rasenmähern so richtig Stimmung auf. Die einen drifteten, sprangen und schlitterten über die langsam nass werdende Piste, dass es eine Freude war. Der Gedanke an die Bandscheiben dieser Rennfahrer liess allerdings zumindest die älteren von uns erschauern, denn Federung ist bei dieser Kategorie ein Fremdwort.

Dann aber starteten die Seitenwagen-Trottis zum ersten "scharfen" Lauf: Da ging die Post ab! Inzwischen war die Piste wie Schmierseife, und die Dreckfontänen hinter den Fahrzeugen meterhoch. Nach einem kurzen Duell um die Führung machte der zweitplatzierte einen Dreher, doch der Führende liess sich nicht beirren und gab weiterhin alles - die Turnübungen des Beifahrers waren sehenswert. Am Ende hatten die beiden jeden Gegner überrundet. Bei den Rennen der Mosiktos (Trottis bis 100ccm) und Skorpione (Trottis bis 200ccm) war zwar die Motorenleistung klar bescheidener, doch das Fahrerfeld viel grösser, und somit gab es spannende Duelle, Überholmanöver, Dreher, Stürze - aber alles wirkte unverkrampft und lustvoll. Ob sportlich ambitionierte, offensichtlich fahrerisch sehr starke Athleten, eher übergewichtige, gemütliche Plauschfahrer oder geradezu winzig wirkende Jungtalente, es wurde aufeinander Rücksicht genommen und der Spass stand sichtlich im Vordergrund. Und nicht zuletzt natürlich die Freude an den originellen Umbauten: mein Liebling war ein Skorpion auf Vespa-Basis, der mich an meine eigenen Vespas zurückdenken liess.

Geplant war, um ca. 15:00 Uhr weiter zu wandern. Natürlich zappelte Elmo schon 14:15 Uhr aufgeregt herum und wollte schon weiter, und so verpasste er vor lauter Sorge um den Zvieri die spannendsten Läufe. Schliesslich marschierten wir ziemlich pünktlich ab, worauf er im Fluchttempo die Führung übernahm. Der Rest liess sich aber nicht nervös machen, und so genossen wir den Abstieg über die Hintere Hub und das Tobel und trafen mit ausserordentlicher Pünktlichkeit um 3 Minuten vor Vier im Weingut Bruppach ein, wo uns diejenigen erwarteten, welche auf die Wanderung verzichtet hatten. Nadine Saxer erwartete uns mit ihren ausgezeichneten Weinen und einem feinen Zvieri-Plättli, und so konnten wir die Sommerferien beim gemütlichen Zusammensitzen ausklingen lassen. Mit Benzindampf in der Nase, Motorengeheul in den Ohren und einem gemütlichen Nachmittag starten wir wieder in Richtung Triolen, Accelerandi, Diminuendi und was da sonst noch auf dem Notenpapier herumkriecht.

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