Konzert

An diesem Wochenende präsentierte der MV Neftenbach traditionsgemäss seine Abendunterhaltung. Das Motto «Startklar?!» liess viele Optionen offen, und so fragten sich wohl viele der Gäste, wie der Verein dieses Motto wohl umsetzen würde. Sicher ist nur eines: das Fragezeichen hinter «Startklar» war höchstens als rhetorische Frage zu verstehen, denn der Verein war so was von Startklar!

Willkommen

Das Deko-Team unter der Leitung von Gaby Huber hatte wieder mal voll zugeschlagen: auf jedem der freundlich-farbig gedeckten Tische war die Dekoration einem der gespielten Stücke gewidmet, die liebevoll gestalteten Flugzeuge, Sonnen, Flosse und Seilbahnen machten die Gäste so richtig «gluschtig» auf das Konzertprogramm. Der eine oder die andere fragte sich vielleicht auch, was das überdimensionierte Kassettengerät neben der Bühne bedeutete, aber dieses Rätsel sollte schon bald gelöst werden.

Am Freitag wurden die Gönnermitglieder von Rolf Büchi am Gönner-Apéro willkommen geheissen, aber auch die übrigen Gäste konnten sich an der Bar schon mal auf einen gemütlichen Abend einstimmen. Das Küchenteam unter der Leitung unserer zwei Profi-Köche Tomaš Trömer und Claudio Perucchi war bereit, das Publikum mit einem feinen Abendessen zu verwöhnen, und schon bald war der Saal praktisch vollständig gefüllt.

Freitagabend: Bläserklasse des Zürcher Weinlands

Am Freitag nahm um 20 Uhr die Bläserklasse unter der Leitung von Marco Weber auf der Bühne der praktisch voll besetzten Auenrainhalle Platz. Der Grossteil der knapp 30 Mitspielenden gehörte, wie Marco bei seiner Begrüssung sagte, vor einem Jahr noch zu den «musikalischen Analphabeten». In der Bläserklasse lernten sie Noten zu lesen, unterschiedliche Rhythmen einzuhalten, in eine der verschiedenen Röhren zu pusten und natürlich die Gesten des Dirigenten zu verstehen. An diesem Abend zeigten sie vor grossem Publikum, was sie in diesem ersten Jahr alles gelernt hatten und beeindruckten das Publikum mit einem schönen Auftritt.

Wir gratulieren Marco und seiner Klasse herzlich dazu und hoffen, dass viele von ihnen in zwei Jahren den Übertritt in einen Musikverein wagen – und einige hoffentlich zum MVN.

Samstagabend: Kleinformation des MVN

Auch am Samstag war die Halle praktisch voll, als die Kleinformation des MVN die Rolle der Vorband übernahm. Ausnahmsweise spielte sie mal auf der Hauptbühne und in der «normalen» MVN-Uniform statt auf der Eckbühne im Kleinformations-Outfit. Unter der Leitung von Brigitte Büchi rüttelte die Band das Publikum gleich mal mit «Wake Me Up Before You Go-Go» aus einer allfälligen Verdauungs-Lethargie. Nach den Begrüssungsworten des Präsidenten, der auch in der Kleinformation mitspielt, ging es dann melancholisch weiter mit «Ain’t No Sunshine». Für das dritte «programmgemässe» Stück gab es gleich wieder einen radikalen Stilwechsel zum Swing (Take The «A» Train). Dem Publikum gefiel es, und so erklatschte es sich die beiden rockigen Zugaben «Love Shack» und «Crocodile Rock».

Kleine Kostprobe gefällig: ein Zusammenschnitt von Wake me up, Ain’t no sunshine und Love Shack:

Startklar zum Hauptkonzert

Den Auftakt zum Hauptkonzert leitete unser Vizedirigent Michael Hottinger: mit «Dreams of Victory» machte der MVN klar, dass er von Erfolgen nicht nur träumt, sondern auch aktiv daran arbeitet, diese zu erreichen. Es muss ja nicht gleich «Victory» sein, «Success» ist auch in Ordnung.

Ricco Prestini alias «Bruno» übernahm leicht verspätet und atemlos die Führung durch den Abend. Nach einer technischen Einleitung zum Kassettenrecorder für die Jüngeren begann er, mit diesem uralten Gerät eine «Playlist» (damals «Mixtape» genannt) mit dem MVN als Tonquelle aufzunehmen, immer wieder gewürzt durch phantasievolle Einschübe und Umwege.

Dann übernahm Marcel Ingold, unser neuer Dirigent, den Taktstock. Mit «Funiculi Funicula» konnte er gleich zeigen, wie er den MVN dazu gebracht hat, ein rhythmisch anspruchsvolles Stück wie aus einem Guss zu spielen. Auch beim «Alpenflug» von Mani Matter konnte der Verein die rhythmisch und artikulationsmässig knackigen Passagen sehr klar und einheitlich präsentieren, wie von fachkundigen Zuhörern kommentiert wurde. Die Soli auf Trompete (Alex Epprecht), Euphonium (Heidi Ingold) und Posaune (Dani Pfenninger) und Saxophon (Urs Bamberger) waren dann noch der Zuckerguss auf der Torte.

Bei «Night in Havana», einem rassigen Cha-cha-cha, und dem Lied «How far I’ll go» aus dem Film «Moana» spielten drei sehr junge Gäste mit. Janis Trömer und Anton Jentsch an der Perkussion und Timon Trömer am E-Bass gaben ihr Debut an einer Abendunterhaltung des MVN. Janis musste auf einen Stuhl stehen, damit man ihn überhaupt sah, aber auch er meisterte seinen Part mit Bravour. Wir gratulieren herzlich und hoffen, dass die drei Jungs noch lange Freude am Musizieren haben werden.

Den Abschluss des ersten Teils bildete «Towards a new horizon», ein konzertantes Stück, welches der MV Neftenbach als Selbstwahlstück am Eidgenössischen Musikfest in Biel am 15. Mai vor der Jury präsentieren wird. Es erzählt eine ganze Geschichte von Vorfreude, Ungewissheit, Zielstrebigkeit, Hoffnung und vielen anderen Emotionen, welche beim Aufbruch nach neuen Horizonten auftreten.

Weiter zum grossen Finale

Die Gäste waren wieder verpflegt, hatten Tombola-Lose gekauft und «Bruno» hatte den Bandsalat fachgerecht mit Hilfe eines Bleistifts behoben, die Pause war zu Ende und die Musikant/innen marschierten wieder ein. Mit «Barbie Girl» begann der zweite Teil gleich oberkitschig und natürlich originalgetreu mit einer Barbie (Judith Schulze) und einem Ken (Frederick Studer). Die folgenden Stücke waren Arrangements von Liedern, die wohl einem grossen Teil des Publikums bekannt waren, wenigstens denen, die auch Musik aus dem letzten Jahrhundert hören. Entsprechend begeistert wurde nach den Stücken applaudiert, natürlich besonders den verschiedenen Solist/innen. Besonders hervorheben möchte ich Gaby Huber, die zum ersten Mal an einer Abendunterhaltung aufstand, um mit Urs Bamberger zusammen ein Saxophon-Duett zu spielen. Aber auch Urs Nell (Trompete), Philipp Roger (Tenorsaxophon) und die vier Flötistinnen (Mia Bütikofer, Vanessa Schlegel, Janine Grütter und Ida Nell) hatten ihren grossen Auftritt. Und so wandelten gegen Ende des Konzerts alle auf Wolken, oder besser auf Sonnenstrahlen: mit «Walking on sunshine» endete das offizielle Programm.

Für die erste Zugabe wurde der Saal verdunkelt, und das Publikum kriegte farbige Leuchtstäbe, um bei «My Way» die Stimmung zu unterstützen. Bei den wundervollen Klängen dieses Frank Sinatra – Klassikers kriegte wohl manche(r) Hühnerhaut. Auch Marcel Ingold kann zu seiner Arbeit mir dem MVN sagen: «I did it my way (and it was a good one)». Die zweite Zugabe hatte einen speziellen Bezug zu Marcel: mit diesem Stück hatte er uns am Probedirigat vor knapp einem Jahr davon überzeugt, dass er der richtige Mann für unser Dirigentenpult war. Das Publikum gab aber noch keine Ruhe, und so verabschiedete sich dem MVN mit dem Marsch «Gute Reise» und wünschte allen Gästen eine gute Reise ins noch junge neue Jahr.

Auch hier ein paar Hörbeispiele aus dem Konzert:

Einen herzlichen Dank allen, die als Helfer, Sponsoren, Mitspieler oder im OKdazu beigetragen haben, diese beiden erfolgreichen Abende zu ermöglichen! Euer MVN

Hans Peter Bucher Architekturbüro