Vereinsanlass

Zur Vorbereitung des Eidgenössischen Musikfestes in Biel zog sich der MVN für ein Wochenende nach Wildhaus zurück – in Stump’s Alpenrose fanden wir ideale Bedingungen für ein effizientes und effektives Probenwochenende vor.

Arbeit am Detail

Nach dem Begrüssungskaffe verteilten sich die Musikant/innen auf die sechs Registerproben-Räume. Mit Roger Ender (Trompeten), Daniel Kindlimann (Klarinetten), Cyrill Oberholzer (Flöten und Oboen), Cornelia Weber (grosses Blech), Hansueli Wirth (Saxophone) und Jonathan Koch (Perkussion) hatten wir lauter ausgewiesene Fachleute zur Verfügung, welche die schwierigen Passagen des Aufgabenstücks «Bouffonnerie» im Detail mit uns erarbeiteten. Besonders motiviert war Brigitte, hatte sie doch am Vorabend bei Musik Spiri ihre neue, massgefertigte Trompete abholen können. Nach zwei Blöcken erholten wir uns am ausgezeichneten Mittagsbuffet und machten anschliessend einen kleinen Spaziergang zum Schwendisee, um uns für die Weiterarbeit fit zu machen, denn auch am Nachmittag ging es mit vollem Elan in den Registern weiter. Die Probenarbeit war intensiv und auch ermüdend, aber sie brachte uns einen grossen Schritt weiter. Wenn auch die Registerlehrer manchmal fast an uns verzweifelten, sie liessen sich nichts anmerken und versuchten alles, um uns ans Ziel zu bringen. Ganz herzlichen Dank euch allen!

Vor dem Abendessen versuchte Marcel noch in einer Gesamtprobe herauszufinden, ob wir die erarbeiteten Details auch zu einem Ganzen zusammenfügen können. Nach einer harten Stunde wussten wir alle: es gibt noch viel zu tun. Aber erst mal liessen wir uns vom Hotel kulinarisch verwöhnen.

Etwas für's Gemüt

Wer auch immer nach dem Essen träge geworden war, dem wurde alsbald geholfen. Jonathan erwartete uns im grossen Saal, wo er uns in die Kunst der Body Percussion einführte. Er hatte ein vierstimmiges Arrangement mitgebracht, und wir begannen zu klatschen, zu stampfen, mit den Fingern zu schnippen, uns auf Oberschenkel und Bauch zu schlagen und mit den Fingern im Mund zu ploppen. Die Begabung für derartige Koordinationsleistungen war sehr unterschiedlich – aber das Gelächter bewies, dass es immensen Spass machte. J.S. aus S. (Name der Redaktion bekannt) knallte sich mit einer solchen Begeisterung auf die Schenkel, dass sie nachher blaue Flecken hatte. Keine Ahnung, was sich ihr Gatte zuhause dann darauf zusammenreimte. Aber am Ende der Stunde schafften wir es, diese Komposition mehr oder weniger zusammenhängend herunterzuprügeln. Nicht bühnenreif, aber «uhuere luschtig».

Den weiteren Abend verbrachten wir dann individuell – die einen gingen erschöpft schlafen, die anderen spielten noch «Stadt-Land-Fluss», «UNO» und dergleichen, und die dritten vergnügten sich mit angeregten Diskussionen und unterschiedlichen Getränken. Nach dem «last call» im Restaurant ging’s im Stübli noch eine Weile weiter, aber irgendwann war auch der und die Letzte müde.

Am folgenden Morgen waren aber alle zur Zeit beim Frühstück, und wenn irgendjemand noch ein bisschen unter dem Vorabend litt, so zeigte er/sie es nicht. Nach dem Frühstück gab’s dann nochmals einen kurzen Spaziergang in der herrlichen Morgensonne, und dann waren wir bereit für den zweiten Streich.

Das Puzzle nimmt Gestalt an

Marcel machte sich daran, die am Vortag erarbeiteten Puzzleteile richtig zusammenzusetzen. Eine grosse Aufgabe, denn es ist etwas ganz anderes, ein Teilstück separat im dritten Anlauf hinzukriegen oder es im Zusammenhang auf Anhieb zu bringen. Doch Schritt für Schritt näherten sich unsere Bemühungen seinen Ansprüchen, und langsam nahm die «Bouffonnerie» Gestalt an und liess den musikalischen Schalk immer öfter mal aufblitzen.

Nach dem Essen schüttelte Jonathan mit einem perkussionistischen Sesseltanz eine allfällige Verdauungsträgheit aus uns heraus, sodass wir im musikalischen Endspurt noch einmal konzentriert an unserem Selbstwahlstück «Towards A New Horizon», am Marsch «Gruss von Hausen» für die Parademusik und zum Schluss nochmals an einem Abschnitt der «Bouffonnerie» arbeiten konnten.

Ein Abschlusszvieri beendete dieses intensive Wochenende: Leute, es war cool, zwei Tage lang mit euch zu musizieren! Vielen Dank allen Leitenden für das gewaltige Engagement und die Geduld und allen Teilnehmenden für den grossen Einsatz. Wir sind zwar noch nicht am Ziel, aber wir haben einen grossen Schritt «Towards A New Horizon» gemacht!

Ramona Epprecht